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Was bedeutet Vertrauen?

Vertrauen heißt, nicht kontrollieren zu müssen und somit frei von Angst zu sein. Vertrauen bedeutet, dass man damit rechnet, dass man in jeder Situation nicht stärker belastet werde, als man es aushalten kann und dadurch keine Angst aufkommen zu lassen.

Wir haben maximal genau so viel Vertrauen in Menschen - und somit auch in uns selbst - wie in die Person, der wir das bis dahin größte Vertrauen entgegengebracht haben.

Menschen neigen dazu, relativ schnell bis zu diesem Punkt anderen Menschen Vertrauen entgegen zu bringen, wie sie es selbst erfahren konnten. Doch darüber hinaus gehen sie in der Regel nicht. Manchmal sucht man sich oft Menschen, bei denen ein größerer Vertrauenszuwachs nicht leicht möglich ist. Doch dies bestätigt nicht die Regel, da sonst ein Vertrauenszuwachs nicht möglich wäre.

Das bedeutet, dass es noch etwas mehr in uns gibt, als nur Misstrauen. Es gibt die Sehnsucht und vielleicht auch ein tiefes Wissen davon, dass wirkliches Vertrauen - und somit Hingabe-  möglich ist. Hingabe in die Situation des größten Vertrauens, was wir haben können.

Hingabe heißt, dass man keinen Widerstand gegen das erhebt, was jetzt ist. Man hat keine Angst mehr. Man nimmt die Situation so an, wie sie ist; man spürt in sich hinein, fühlt, ob sich diese Situation als wohlig anfühlt, und dann folgt man seinem Impuls.

Dieser Impuls kann sein:

  • Man bleibt in der Situation und nimmt sie weiterhin als wohliges Gefühl an
  • Man regt Veränderung an oder verändert die Situation, weil man Störungen oder Unstimmigkeiten wahrnimmt
  • Man geht aus der Situation heraus, weil sie kein wohliges Gefühl hinterlässt und man sie nicht ändern kann.

Diese drei Möglichkeiten hat man immer! Es gilt also immer zu überprüfen: „Wie fühle ich mich in der jetzigen Situation?". „Kann ich sie annehmen, so wie sie ist?; kann oder möchte ich sie verändern, so dass ich mich wohl fühle?; oder kann ich sie nicht annehmen und auch nicht verändern, so werde ich gehen.".

Die Wahrnehmung in einem selbst, wendet die Not stets ab. Ist man nämlich in Not, hat man nur seine eigene Wahrnehmung zur Verfügung, um zu reagieren.

Vertrauen gewinnt man in sich selbst, indem man anfängt, seine Wahrnehmungen zu erforschen und sie ernst zu nehmen. Häufig ist es so, dass wir Menschen brauchen, die dieses schon können oder gar nicht erst verloren haben. Menschen, die ihrer inneren Stimmigkeit folgen und daraus handeln, sind die Wegbegleiter in das eigene Vertrauen.

Im Kontakt mit solchen Menschen ist feststellbar, dass wir nicht immer logisch nachverfolgen können, wie diese so leben können, doch es fühlt sich gut an, deshalb muss es wohl stimmig sein.

Wahrnehmungsarbeit kann man auch auf anderen Wegen erreichen. Hypnose beispielsweise oder fernöstliche Meditationsbräuche setzen darauf ebenfalls einen großen Teil ihrer Schwerpunkte. Sie zeigen dem Denken die eigenen Grenzen auf und führen zu größerer Gewahrsamkeit. Das Wahrnehmen der eigenen Denk- und Handlungsmuster führt zuerst zum Infragestellen derer und dann dazu, sich selbst zu erkennen, neben dem Denker. Es führt zur Selbstannahme und Selbstliebe und damit gleichzeitig zu einem freundschaftlichen Umgang mit sich selbst. Das schafft Vertrauen.

Wir sind als kleine Menschen geboren worden. In dem Moment gab es in uns noch nicht das Gefühl, wir könnten nicht in Ordnung sein, so wie wir sind. Alles Potential ist in diesem kleinen Wesen bei der Geburt vorhanden, es fehlt ihm nichts. Doch was geschieht dann?

Das Baby macht die Erfahrung, dass es dieses oder jenes nicht darf, wenn es etwas tut. Falls es doch etwas tut, was es nicht soll, erfährt es eine Lektion, die ihm suggeriert: Ich bin nicht gut genug. Also setzt es alles daran, wieder ein liebes Kind zu sein und tut alles dafür. In diesem Moment macht es sich abhängig und diese Abhängigkeit ermöglicht so die Kontrolle.

Sobald man Macht über jemanden ausübt, der in einer Abhängigkeit steht, ohne dabei in respektvoller Liebe zu sein, erschafft Misstrauen und Angst. Misstrauen und Angst sind die Urheber von Kontrolle. Es gibt viele Arten von subtiler Kontrolle. Es gilt sie jeweils zu erkennen. Zeigt man einem Menschen unterschwellig körperlich, dass man in so wie er ist, nicht wirklich mag, aber auf der anderen Seite sagt, dass man ihn liebt, ist damit eine Doppelbotschaft verbunden.

Bei genauer Betrachtung ist jeder Mensch in der Lage, innerliche Wahrnehmungen zu registrieren. Wird der innere Konflikt dabei zu groß, gibt man die innere Wahrnehmung auf. Sonst würde man damit nicht mehr fertig werden, man würde verrückt. Und tatsächlich können Doppelbotschaften bei Kindern und Erwachsenen zu verschiedenen Verrückungen führen.

Wie findet man also Vertrauen? Man muss sich immer genauer beobachten. Folgt man seinen inneren Wahrnehmungen und Impulsen oder folgt man den familiären oder gesellschaftlichen Konventionen, die fast immer auf Kontrolle ausgelegt sind?

Kontrolle ist das Gegenteil von Vertrauen! Vertrauen heißt, nicht kontrollieren zu müssen und  mich auf alles was kommt, einzulassen. Und zwar wohl wissend, dass man jederzeit den naheliegendsten Schritt zu seinem Wohl tun wird!