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Medikamentensucht

Medikamentensucht

 

Bei dieser Abhängigkeit ist es erst einmal wichtig abzugrenzen, was dazu gerechnet werden kann und was nicht. Menschen, die täglich ein Medikament einnehmen, weil sie Herzrhythmusstörungen haben oder an Zuckerkrankheit leiden, sind nicht süchtig nach diesen Arzneimitteln. Wenn sie diese Medizin nicht einnähmen, würden sie schnell sterben. Die Entscheidung ist hier ganz einfach und nicht beladen mit Gefühlen von Schuld oder Schwäche. Bei dieser Art von Medikamentengebrauch kann man nicht von einem Teufelskreis der Abhängigkeit sprechen. Das Einnehmen des Mittels ist nicht die Ursache des Leidens, gegen das das Medikament eingenommen wird. Es besteht eine körperliche Ursache, an der nichts zu ändern ist, und die Medikamente sind dazu da, das Leben zu retten oder die Schmerzen zu lindern.


Wird ein Medikament jedoch wegen einer psychischen Krankheit eingenommen, ist die Abgrenzung weniger deutlich. Hier hängt es stark davon ab, welche Erkrankung vorliegt, ob man von einer Abhängigkeit sprechen kann. Psychische Leiden mit einem neurologischen Hintergrund wie Psychosen, Schizophrenie und schwere Formen der Depression können allein mit Medikamenten, eventuell in Kombination mit einer Therapie, behandelt werden. Doch bei neurotischen Störungen wie Stress, Traurigkeit, Burnout (Nervenzusammenbruch), Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Panikanfällen, Phobien und Ängsten führt Medikamentengebrauch fast immer zu einer Art Abhängigkeit. Oft bekämpfen die Arzneimittel zwar die Symptome, bieten aber keine Lösung für die Ursache der Symptome, die immer mit dem negativen Glauben zu tun haben. In Wahrheit verstärken sie die Ursache des Problems, wodurch die Abhängigkeit vom Medikament zunimmt. Der Unterschied zu anderen Abhängigkeiten besteht darin, dass bei Medikamenten die Belohnung nicht in einem deutlichen Rausch von Genuss oder Erregung besteht, sondern vor allem im Unterdrücken von psychischen Beschwerden. Manche Medikamente haben eventuell unbeabsichtigte Nebenwirkungen. Genau wie ein Heroinsüchtiger oder ein Raucher hat auch ein Medikamentenabhängiger große Furcht davor, seines Mittels beraubt zu werden. Ein Leben ohne das Mittel erscheint vollkommen leer. Und gleichzeitig lauert die Furcht, dass Langzeit-Nebenwirkungen durch die Einnahme der Medizin eintreten können. Deshalb hat der Betroffene immer wieder das Mittel nötig, um sich trotzdem noch ein bisschen gut mit sich selbst fühlen zu können. Die Betroffenen glauben ernsthaft, ein Leben ohne Mittel sei viel einsamer und schmerzhafter, während sein Schmerz und seine Einsamkeit inzwischen beinahe vollständig durch das Mittel verursacht und aufrechterhalten wird. Letztlich natürlich ebenso durch den negativen Glauben, der hinter allem steht. Und auch der ist nichts weiter als eine erlernte Illusion! Wäre es nicht komisch, wenn es nicht so tragisch wäre? Doch auch hier besteht die Möglichkeit durch eine Trance in das Unterbewusstsein vorzudringen, um ihm behutsam und mit positiven Suggestionen die Informationen zukommen zu lassen, die den Betroffenen aus der Abhängigkeit unterstützen kann.