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Moderne Geschichte der Hypnose

Prof. Dr. Dirk Revenstorf

Prof. Dr. Dirk Revenstorf www.revenstorf.de/downloads/Expertise.pdf hat bei 425 Studien zur Effektstärke von Psychotherapie mit 25.000 Patienten in der Universität Tübingen festgestellt, dass auf Grund des tiefen Entspannungszustandes die Hypnose sehr wirksam ist. Dies gilt nicht nur bei psychischen Problemen, sondern gleichzeitig bei körperlichen Beschwerden, insbesondere bei psychosomatischen oder chronischen Schwächen und bei Suchterkrankungen.

Psychotherapie Effektstärke:

  • 1,82 Hypnosetherapie
  • 1,13 Kognitive Therapie
  • 0,69 Tiefenpsychologie
  • 0,68 Verhaltenstherapie
  • 0,67 Transaktionsanalyse
  • 0,64 Gestalttherapie
  • 0,62 Gesprächstherapie

Einen 70-90%igen Wirkungsgrad erreicht die heutige modernen Hypnotherapie. Seit 2006 ist die Hypnotherapie in Deutschland vom "Wissenschaftlichen Beirat" gemäß § 11 PsychThG als "großes" Therapieverfahren anerkannt.

     

Milton H. Erickson

Milton H. Erickson ist es zu verdanken, dass Hypnose in der Psychotherapie wieder mehr zum Einsatz kam, nachdem sie durch Sigmund Freuds Ablehnung lange Zeit in den Hintergrund gerückt war. Erickson entwickelte einen neuen Ansatz. Dieser betont die Individualität jedes einzelnen Klienten/Patienten und daraus folgend die Notwendigkeit, für jeden den passenden Ansatz und Zugang zu finden. Dieser Ansatz stand im Kontrast zu den standardisierten und autoritären Methoden, die bis in die 50er und 60er Jahre vorherrschend waren. Erickson betont ferner die positive Rolle des Unbewussten. Anders als bei Freud ist für Erickson das Unbewusste eine unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung. Das Unbewusste ist der Hort von kaum genutzten Erfahrungen des Menschen. Ericksons Ansatz hat zum Ziel, die durch starre Schemata und Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewusstseins zu erweitern, indem der Hypnotiseur durch spezielle verbale und non-verbale Techniken es dem Unbewussten ermöglicht, die führende Rolle einzunehmen. Gleichzeitig wird es dem Bewusstsein ermöglicht, die unbewussten Selbstheilungskräfte und kreativen Ressourcen zu akzeptieren und zu integrieren.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Milton_H._Erickson

Erst in den siebziger Jahren leitete der amerikanische Psychiater Milton Erickson die Renaissance der Hypnose ein. Erickson hatte sich mit Kinderlähmung infiziert und konnte sich seitdem nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Hypnotische Trance half ihm, seine starken Schmerzen zu bekämpfen. Für Erickson war es wichtig, dass der Patient selbst in tiefster Hypnose noch das Gefühl der Selbstbestimmung hat.

Seit den Anfängen hat sich in der Hypnosetherapie sehr viel getan, sie entwickelt erhält in praktizierten Heilverfahren immer mehr an Bedeutung.

     

Der Jesuitenpater Athanasius Kircher

Aus dem 16. Jahrhundert ist vielen vielleicht der Vorläufer des Mesmerschen „Magnetismus animalis" bekannt: Der Jesuitenpater Athanasius Kircher „verzauberte" einen Hahn als er diesen hypnotisierte.

Typisch für seine Monographien ist, dass sie über das eigentliche Thema hinausgehen und verwandte Fragestellungen und Meta-Diskussionen einschließen. So behandelt sein Buch Magnes (1641), das sich vornehmlich mit Magnetismus beschäftigt, auch andere Formen der Anziehung wie Gravitation und Liebe (Zitat: „Alles ist durch geheime Knoten miteinander verbunden“).

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Athanasius_Kircher

Franz Anton Mesmer

Mit Franz Anton Mesmer begann dann die moderne Geschichte der Hypnose. Er übertrug Streichbewegungen auf den Kranken, mit den nach ihm benannten "Mesmerschen Streichen". Die Idee der Bio-Energie und des Magnetismus hat die Menschen immer wieder inspiriert und beflügelt. Verschiedenste esoterische Lehren und Kulte verwenden Konzepte, die auf Mesmers Lehre beruhen. Seine Person wird so hochstilisiert. So soll Mesmer zum Beispiel ein Schüler des Grafen von Saint Germain (1696-1794) gewesen sein, eines Alchimisten und Okkultisten. Die Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland förderte die erneute Verbreitung der Mesmerschen Thesen. Die Lehren des Franz Anton Mesmer hatten auf verschiedene Bereiche der Psychologie große Auswirkungen. Somnambulismus (Puységur), Psychoanalyse (Sigmund Freud), Suggestionstherapie (E. Coue), Hypnose, aber auch parapsychologische Therapien oder die aus dem Chinesischen übernommene Theorie des Lebensmagnetismus Qì (Chi) enthalten Elemente seiner Werke.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Franz_Anton_Mesmer

Abbé Faria Priester und Hypnotiseur

Abbé Faria war ein portugiesischer Priester, Hypnotiseur und gilt als einer der Begründer der Dynamischen Psychiatrie. Er war der Erste, der eine Verbindung zwischen Hypnose und Suggestion feststellte. Auch gilt er als einer der Begründer der Dynamischen Psychiatrie. Er soll den Leuten stets nur zugerufen haben: „Schlafen Sie“, nach Fixierung seiner Handfläche, und dann seien diese in Trance gefallen. Er sprach davon, dass der Hypnotisierte eigentlich der sei, auf den die Hypnose zurückzuführen sei und nicht umgekehrt. Nach seiner Terminologie waren vor allem Frauen und Hysteriker am meisten durch Hypnose zu beeinflussen. Den Hypnotiseur benannte er erstmals als Concentrateur, den Hypnotisierten als Concentré und den Zustand als Concentration.[1] Auch war er wohl der Erste, der mit der sogenannten „Posthypnotischen Suggestion“ arbeitete: Ein vormals Hypnotisierter verrichtet Dinge, die man ihm vorher in Hypnose gesagt hatte, obwohl er bereits wieder wach ist. Faria hat sich auch selbst als Brahmane (sanskrit: Besitzer heiligen Wissens, oberster Priester des Hinduismus) bezeichnet. Seine indische Geburt ermöglichte es dem Hypnotiseur, sich mit der indischen Mystik und Mythologie zu beschäftigen und einiges davon in seine Wissenschaft und Experimente einfließen zu lassen. Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Abb%C3%A9_Faria

Augenarzt James Braid

Einen entscheidenden Schritt zur Weiterentwicklung der Hypnose tat der englische Augenarzt James Braid im Jahre 1841, als er die Showvorführungen des Schweizer Magnetiseurs Lafontaine beobachtete, mit der Absicht ihn der Scharlatanerie zu entlarven.

Erkannte James Braid jedoch sehr schnell, dass das Flattern der Augenlider von den Zuschauer nicht simuliert sein konnte. Weiter stellte er fest, dass auch die seelische Beeinflussung durch den behandelnden Arzt/Hypnotiseur auf den zu beeinflussenden suggestiv einwirkt. Er benutzte für das schlafähnliche Verhalten erstmals den Begriff „Hypnose“, genannt nach Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes. Dr. Braid führte zahlreiche Operationen an den Augen nur unter hypnotisch erzeugter Anästhesie durch und bewirkte in England einen großen Aufschwung dieses hypnotischen Verfahrens. Der Hypnose wurde, dank Braid, (trotz starkem Widerstand und vielen Gegnern) auch in wissenschaftlichen Kreisen langsam die Anerkennung zuteil, die ihr zustand.

Hippolyte Bernheim „Schule von Nancy"

Als die medizinische Fakultät um 1880 das Fach Hypnose aufnahm, zeigte Bernheim sich davon begeistert und wurde bald einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Hypnose hauptsächlich als Showeffekt genutzt worden.

Bernheim widersprach der damals verbreiteten These, nur Hysteriker könnten hypnotisiert werden. Vielmehr war er der Meinung, die Hypnose wäre ein normales, unpathologisches Phänomen, das als psychische Reaktion auf Suggestionen einträte und nicht, wie damals oft vermutet wurde, von Magneten und Metallen beeinflusst werden konnte.

Im Jahr 1889 besuchte der Wiener Arzt Sigmund Freud Bernheim und ließ sich über dessen Experimente mit der sogenannten „posthypnotischen Suggestion“ informieren. Aus Bernheims Versuchsergebnissen folgerte Freud, dass es ein Unterbewusstsein geben müsse.

Während seiner Professur an der medizinischen Fakultät von Nancy (1910–1919) vertrat Bernheim die Ansicht, das Unterbewusstsein sei die Brücke zwischen Arzt und Patient, wenn der Patient sich Krankheiten nur einbilde. So berichtet er in seiner Suggestiven Therapeutik unter Anderem von einem Fall von Zungenlähmung, die er vollständig heilte, indem er dem Patienten von einem neuen, völlig sicher heilenden Gerät erzählte und dann einen sofortigen Erfolg erzielte, als er ihm ein - vom Patienten nicht als solches erkanntes - Fieberthermometer in den Mund steckte. In einem anderen Fall verabreichte er einer Patientin, die nicht mehr in der Lage war zu sprechen, vor der versammelten Studentenschaft einige leichte Stromstöße am Kehlkopf, die keinerlei medizinische Wirkung hätten haben dürfen - was der Patientin aber nicht bekannt war. Auch sie war auf der Stelle geheilt. Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hippolyte_Bernheim